Einmal Diabetes, immer Diabetes? Diese Vorstellung ist überholt. Studien zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes ihre Blutzuckerwerte wieder in den Normalbereich bringen können. Von einer Heilung des Diabetes sprechen Mediziner:innen allerdings nicht: Der korrekte Begriff lautet Diabetes-Remission. Was genau das bedeutet, wie realistisch dieses Ziel ist und welche Strategien wirklich funktionieren, erfährst Du hier.

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Auf einen Blick: Ist Diabetes heilbar?

Vollständig geheilt werden kann Diabetes Typ 2 nicht: Wenn Du einmal betroffen bist, hast Du ein dauerhaft erhöhtes Risiko. Auch bereits entstandene Nervenschäden lassen sich oft nicht mehr rückgängig machen. Durch eine langfristige Umstellung Deiner Ernährung und Gewohnheiten ist aber gerade im frühen Stadium eine sogenannte Diabetes-Remission möglich. Das bedeutet, dass die Blutzuckerwerte wieder im Normalbereich liegen.

Diabetes: Heilung vs. Remission

Typ 2 Diabetes zu heilen, würde bedeutet, dass die Krankheit dauerhaft verschwindet: Du müsstest also nie wieder auf deine Blutzuckerwerte achten. Bei Typ-2-Diabetes ist das leider nicht der Fall. Auch wenn Deine Blutzuckerwerte wieder normal sind, bleibt Dein Körper anfällig: Sobald Du zu Deinen alten Gewohnheiten zurückkehrst oder an Gewicht zunimmst, kommt der Diabetes mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück.

Deshalb verwendet man bei Diabetes statt Heilung den Begriff Remission. Remission heißt, dass Dein HbA1c (der Langzeitzuckerwert) für mindestens drei Monate unter der Grenze von 6,5 bleibt und Du keine Medikamente mehr brauchst. Man könnte also sagen, Dein Diabetes ist inaktiv, aber nicht komplett verschwunden.

Wie realistisch ist es, Typ-2-Diabetes wieder loszuwerden?  

Auch wenn Diabetes nicht komplett heilbar ist: Eine Remission ist eine wirklich tolle Leistung, die jede Menge Vorteile mit sich bringt. Dein Risiko für Komplikationen und Folgeschäden an Augen, Nieren und dem Herz-Kreislauf-System sinkt deutlich, wenn Du Deine Blutzuckerwerte dauerhaft senkst.

Dass eine Remission von Typ-2-Diabetes durch echte Lebensstilveränderungen realistisch ist, ist inzwischen gut belegt: Spätestens die britische DiRECT-Studie (die Abkürzung für Diabetes Remission Clinical Trial) hat bewiesen, dass es mit der richtigen Strategie möglich ist, die Blutzuckerwerte zu normalisieren.

Der oft wichtigste Hebel: Ein gesundes Körpergewicht

298 Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 27 und 45 kg/m2 nahmen an der DiRECT-Studie teil. Die Hälfte der Teilnehmenden bekam ein strenges Abnehmprogramm mit einer Formula-Diät als Mahlzeitenersatz und regelmäßiger Unterstützung (Interventionsgruppe). Die andere Hälfte erhielt die übliche leitliniengerechte Diabetesbehandlung (Kontrollgruppe).

Das Ergebnis nach zwölf Monaten: Fast die Hälfte der Interventionsgruppe (46 Prozent) erreichte eine Diabetes-Remission, verglichen mit nur vier Prozent in der Kontrollgruppe.

Jedes Kilo macht einen Unterschied

Am höchsten war die Erfolgsrate bei den Teilnehmenden, die mindestens 15 Kilogramm abnahmen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bei Übergewicht jedes Kilo weniger Deine Chancen erhöht, den Diabetes zu „heilen“, denn der Erfolg war direkt proportional zum Gewichtsverlust:

  • Bei 5 bis 10 Kilogramm weniger erreichten 34 Prozent der Teilnehmenden eine Remission
  • Bei 10 bis 15 Kilogramm weniger waren 57 Prozent ihren Diabetes los
  • Bei einem Gewichtsverlust von mehr als 15 Kilogramm gelang 86 Prozent die Remission

Warum ist das Körpergewicht bei Diabetes so wichtig? 

Ein bisschen Extra-Speck um die Hüften ist erstmal nicht unbedingt dramatisch. Was aber zum Problem werden kann, ist das Fett, das sich in den Organen (und um sie herum) anlagert. Viele Menschen, die von Typ-2-Diabetes betroffen sind, haben zum Beispiel Fetteinlagerungen in der Leber und teilweise auch in der Bauchspeicheldrüse. Das begünstigt eine Insulinresistenz.

Wenn Du abnimmst und dieses Fett abgebaut wird, kann das Insulin wieder effektiver wirken und der Blutzucker sinkt. Studien zeigen, dass es oft schon reicht, zehn bis 15 Prozent des Körpergewichts zu verlieren. Bei einem Gewicht von 90 kg müsstest Du also etwa neun bis 13 Kilo loswerden, um den Diabetes wegzubekommen. Eine Garantie dafür gibt es aber natürlich nicht.

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Um Typ 2 Diabetes zu „heilen“, musst Du langfristig dranbleiben

Was die Verlängerung der DiRECT-Studie allerdings auch zeigte: Bei den Personen, die im Anschluss an die Intervention wieder an Gewicht zunahmen, kam der Diabetes wieder zurück. Die Remissionsrate in der Interventionsgruppe lag nach fünf Jahren noch bei rund 13 bis 23 Prozent. Diejenigen, die ihren Gewichtsverlust halten konnten, blieben deutlich häufiger in Remission.

Genau das ist der Grund, warum Diabetes nicht als heilbar gilt. Eine Remission ist kein Freifahrtschein zurück zu alten Gewohnheiten: Nur wenn Du Dein Gewicht langfristig hältst und einen Lebensstil etablierst, den Du dauerhaft beibehalten kannst, bleiben Deine Blutzuckerwerte im gesunden Bereich. 

Die besten Voraussetzungen, um Diabetes wieder loszuwerden

Ob es Dir gelingt, Deinen Diabetes zu „heilen“, hängt aber auch von Deiner individuellen Situation ab. Wenn die Erkrankungen schon viele Jahre besteht oder Deine Betazellen stark geschädigt sind, ist es zum Beispiel deutlich schwieriger, die Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren.

Die besten Chancen hast Du, wenn:

  • Deine Diagnose weniger als fünf Jahre zurückliegt
  • Du noch kein Insulin brauchst
  • Du noch kaum Begleit- und Folgeerkankungen hast
  • Du Übergewicht hast und bereit bist, ein paar Kilo abzunehmen
  • Du motiviert bist, Deinen Lebensstil zu ändern und langfristig dranzubleiben

Diabetes „heilen“: Dein Weg zum Ziel

Aber auch, wenn eine vollständige Diabetes-Remission für Dich vielleicht schwierig ist: Jede Verbesserung zählt. Deinen HbA1c-Wert zu senken, bedeutet weniger Medikamente, mehr Energie und ein geringeres Risiko für Folgeerkrankungen. Um das zu schaffen, sollest Du die folgenden Faktoren im Blick behalten.

Schlüssel 1: Die Ernährung

Eine ungünstige Ernährungsweise trägt maßgeblich dazu bei, dass ein Typ 2 Diabetes entsteht. Umgekehrt kannst Du mit der richtigen Ernährung Deine Blutzuckerwerte natürlich verbessern. Ballaststoffe verlangsamen beispielsweise die Aufnahme von Glukose und verhindern, dass Dein Blutzucker zu stark ansteigt.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt bei Typ-2-Diabetes mindestens 35 Gramm Ballaststoffe pro Tag: Sie stecken zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Nüssen, Saaten, Obst und Gemüse. Bitte steigere Dich aber langsam, denn zu viele Ballaststoffe auf einmal können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

glucura, die Diabetes-App auf Rezept, arbeitet mit der sogenannten niedrig-glykämischen Ernährung. Das bedeutet, Du isst vor allem komplexe Kohlenhydrate, die viele Ballaststoffe enthalten und Deinen Blutzucker eher niedrig-stabil halten.

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Schlüssel 2: Muskeln und Bewegung

Neben der Ernährung ist Bewegung der zweitwichtigste Hebel, um Deinen Diabetes loszuwerden. Deine Muskeln sorgen dafür, dass die Glukose im Blut direkt verbraucht wird. Das hat kurz- und langfristige Effekte:

  • Ausdauertraining verbraucht Glukose, verbrennt Kalorien, stärkt Dein Herz-Kreislauf-System und senkt das Risiko für Diabetes-Komplikationen.
  • Ein Spaziergang direkt nach dem Essen dämpft den Blutzuckeranstieg und sorgt dafür, dass der Blutzucker schneller wieder sinkt.
  • Kraftsport hilft Dir, Fett zu verlieren, mehr Muskeln aufzubauen und dadurch selbst in Ruhe mehr Glukose zu verbrauchen.

Schlüssel 3: Schlaf und Stress

Studien zeigen, dass Menschen, die unregelmäßig oder zu wenig schlafen ein deutlich erhöhtes Risiko für Diabetes und Übergewicht haben [1,2]. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich zwar auf das Risiko, überhaupt einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln. Es spricht aber vieles dafür, dass chronischer Schlafmangel auch bei bestehendem Diabetes die Blutzuckerkontrolle erschwert.

Schlafmangel kann die Blutzuckerregulation stören. Außerdem führt zu wenig Schlaf dazu, dass der Körper mehr Stresshormone ausschüttet, die wiederum den Blutzuckerspiegel erhöhen.

Schon nach einer einzigen kurzen Nacht kann zudem das „Hungerhormon“ Ghrelin erhöht sein: Deshalb ist es mit Schlafmangel sehr viel schwieriger, Gewicht zu verlieren. Achte also auf einen möglichst regelmäßigen Schlafrhythmus mit etwa sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.

Diabetes heilen: Wie gut kennst Du Deinen Blutzucker? 

Zwei Menschen können das gleiche Lebensmittel essen und völlig unterschiedliche Blutzuckerreaktionen haben: Während Dein Blutzucker nach einer Banane in die Höhe schießt, lässt sich der Deines Gegenübers vielleicht überhaupt nicht beeindrucken.

Diese individuelle Variabilität ist wissenschaftlich belegt. Faktoren wie Darmflora, Genetik, Schlafqualität und Stresslevel beeinflussen, wie Dein Körper auf Nahrung reagiert. Das erklärt, warum pauschale Ernährungsempfehlungen nicht für jede:n gleich gut funktionieren.

Kontinuierliche Glukosemessgeräte machen diese Reaktionen sichtbar. Mit einem kleinen Sensor am Oberarm siehst Du in Echtzeit, wie Dein Blutzucker auf verschiedene Lebensmittel, Mahlzeitenkombinationen und Aktivitäten reagiert.

In der zweiwöchigen Sensorphase von glucura, der Diabetes-App auf Rezept, lernst Du Deinen Blutzucker ganz genau kennen. Anschließend erhältst Du auf Basis Deiner Ergebnisse personalisierte Empfehlungen, um Deine Blutzuckerwerte dauerhaft zu senken. Du bist neugierig, wie genau glucura funktioniert? Die Kosten werden von Deiner Krankenkasse erstattet

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Fazit: kann Diabetes geheilt werden?

Heilen im strengeren Sinne kann man einen Diabetes nicht. Eine Remission, also langfristig normale Blutzuckerwerte ohne die Einnahme von Medikamenten, ist aber in vielen Fällen durchaus möglich. Mit einem gesunden Körpergewicht, regelmäßiger Bewegung und einer gesunden, niedrig-glykämischen Ernährung erhöhst Du Deine Chancen auf eine Remission deutlich.

Je früher nach der Diagnose Du handelst, desto besser. Aber auch nach Jahren mit Diabetes lohnt sich jeder Schritt in die richtige Richtung, denn auch dann senkst Du Dein Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen erheblich. Die Hauptsache ist, dass Du langfristig dranbleibst: War er einmal da, kann ein Diabetes immer wieder zurückkommen.

Mit der richtigen Unterstützung, realistischen Zielen und der Bereitschaft, dranzubleiben, kannst Du aber viel erreichen. glucura macht dabei vielleicht den entscheidenden Unterschied: Mit uns lernst Du ganz genau, was DEINEM Stoffwechsel guttut und erhältst viele praktische Tipps rund um den Alltag mit Diabetes. Lass Dir glucura jetzt kostenfrei auf Rezept verschreiben!

FAQ: Kann man Diabetes heilen?

Ist Remission dasselbe wie „geheilt“ sein?

Nein. Heilung würde bedeuten, dass Du nie wieder ein erhöhtes Diabetes-Risiko hast. Remission bedeutet, dass Deine Blutzuckerwerte ohne Medikamente im Normalbereich liegen: Der Diabetes kann aber zurückkommen, wenn Du zunimmst oder zu alten Gewohnheiten zurückkehrst.

Wie lange dauert es, bis ein Diabetes weggeht?

Erste messbare Veränderungen im HbA1c-Wert zeigen sich oft nach zwei bis drei Monaten. In Studien wie DiRECT wurde Remission (HbA1c unter 6,5 Prozent) typischerweise innerhalb des ersten Jahres einer intensiven Intervention beobachtet. Wie schnell es bei Dir geht, hängt von der Ausgangssituation und der Konsequenz bei der Umsetzung ab.

Ist eine Remission möglich, wenn ich schon länger Diabetes habe?

Ja, aber die Chancen sind etwas geringer. Je kürzer Deine Diagnose zurückliegt, desto einfacher ist die Remission. Versuchen solltest Du es aber in jedem Fall, denn jede kleine Verbesserung reduziert Dein Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen.

Kann ich Diabetes loswerden, ohne viel abzunehmen?

Wenn Du Übergewicht hast, ist Abnehmen der wichtigste Hebel. Schon kleine Erfolge helfen: Studien zeigen, dass es einen großen Unterschied machen kann, zehn Prozent des Körpergewichts zu verlieren. Falls Du Normalgewicht hast, sind eine gesunde Ernährung und viel Bewegung die wichtigsten Stellschrauben.

Ist Low-Carb die beste Ernährung, um Diabetes zu heilen?

Verbotene Lebensmittel gibt es bei Diabetes nicht, auch Kohlenhydrate sind erlaubt. Viel wichtiger ist es, die richtigen Kohlenhydrate zu wählen: Niedrig-glykämische Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen halten Deinen Blutzucker stabiler als Süßigkeiten und helles Mehl. Die Blutzuckerreaktion kann aber individuell sehr unterschiedlich sein: glucura hilft Dir dabei, Deinen eigenen Stoffwechsel zu verstehen.