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Langzeitzucker HbA1c: Grenzwerte und wie du ihn senkst

Unter dem Begriff Blutzucker können sich die meisten Menschen etwas vorstellen – beim HbA1c-Wert wird es dann schon etwas schwieriger. Hinter dieser wilden Kombination aus Buchstaben und Zahl versteckt sich der sogenannte Langzeitzucker: Er zeigt dir den Durschnitt deiner Blutzuckerwerte der letzten drei Monate. Hier erfährst du, warum der HbA1c-Wert wichtig ist, wie er gemessen wird und wie du es schaffst, den HbA1c zu senken.

Was bedeutet der HbA1c-Werte im Blut?

Wenn du dir morgens, vor dem Essen oder nach einer Mahlzeit in den Finger piekst, siehst du genau, wie hoch dein Blutzucker ist. Ein Pieks ist allerdings immer nur eine Momentaufnahme: Weil der Blutzucker im Verlauf eines Tages stark schwankt, kann er fünf Minuten später schon ganz anders aussehen. Deshalb nennen wir die normale Blutzuckermessung manchmal auch Kurzzeitzucker-Messung.

Das Gegenstück dazu ist der Langzeitzuckerwert – und der ist wichtig, um Diabetes zu diagnostizieren und behandeln. Ein anderer Ausdruck für den Langzeitzucker ist HbA1c. Das Hb steht dabei für Hämoglobin, den Farbstoff in unseren roten Blutkörperchen, das A1c für das Zuckerteil, das fest mit dem Hämoglobin verbunden ist1.

Der HbA1c ist so etwas wie unser Blutzuckergedächtnis. Als Durchschnittswert der vergangenen 8-12 Wochen gibt er dir einen Überblick darüber, wie gut deine Blutzuckerregulation in letzter Zeit funktioniert hat.

Blutzuckerwert vs. Blutzucker-Langzeitwert

Sobald du etwas Kohlenhydratreiches isst oder trinkst, steigt der Glukosespiegel in deinem Blut an. Glukose (ein Einfachzucker) ist die wichtigste Energiequelle unseres Körpers. Damit wir die Energie verwerten können, sind wir auf ein ganz bestimmtes Hormon angewiesen. Die Zellen nehmen die Glukose nämlich nur auf, wenn Insulin ihnen das Signal dazu gibt.

Bei gesunden Menschen funktioniert das wie folgt: Glukose gelangt ins Blut und die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus. Insulin ist wie eine Art Schlüssel und öffnet die Körperzellen. Daraufhin nehmen sie Glukose auf und wandeln sie in Energie um. Wenn du Diabetes hast, ist dieser Prozess gestört. Entweder reagieren deine Zellen nicht mehr auf das Insulin-Signal – oder die Bauchspeicheldrüse schafft es nicht mehr, genügend Insulin zu produzieren.

Die Folge: Der Zucker bleibt im Blut. Das erkennst du daran, dass dein (Kurzzeit-)Blutzuckerwert stark ansteigt und dann sehr lange braucht, um wieder abzusinken. Wenn die Glukoseteilchen lange Zeit in deinem Blutkreislauf herumschwirren, hängen sie sich irgendwann an andere Moleküle an. Dieses Verhalten bildet die Grundlage für den Blutzucker-Langzeitwert.

Der HbA1c zeigt dir, wie viele der Hämoglobinmoleküle in deinem Blut „verzuckert“ sind. Hängen die Zuckermoleküle erst einmal am Hämoglobin, lässt sich die Verbindung nicht mehr lösen. Weil unsere roten Blutkörperchen (und damit auch das Hämoglobin) ungefähr zwei bis drei Monate leben, gibt dir der Langzeit-Blutzuckerwert einen guten Überblick darüber, wie viel Zucker in der letzten Zeit in deinem Blut unterwegs war.

Norm- und Grenzwerte: Hba1c Werte testen

Je öfter und je länger dein Blutzucker erhöht ist, desto höher auch der HbA1c. Während du Anstiege nur durch einen Pieks in den Finger oder in deiner Blutzucker-App erkennst, zeigt der HbA1c dir den Mittelwert über eine längere Zeit. Deshalb gehört er zu den wichtigsten Laborparametern bei Diabetes2.

Wenn du Patient:in mit Diabetes bist, überprüft dein:e Ärzt:in den Langzeitblutzucker etwa alle zwei bis sechs Monate. Ist er zu hoch, dann ist dein Diabetes noch nicht optimal eingestellt. Weil der HbA1c ein Durchschnittswert ist, ist es egal, ob du vor dem Test etwas gegessen hast oder nicht. Auch die Tageszeit spielt keine Rolle1.

Der HbA1c-Wert wird im Vollblut bestimmt. Das Praxisteam entnimmt dir Blut und schickt die Probe ins Labor. Als Einheit für das Ergebnis verwendet man entweder mmol/mol oder die Ergebnisse werden in Prozent angegeben.

Die Hba1c Grenzwerte3:

  • Als gesund gelten HbA1c-Werte unter 39 mmol/mol bzw. unter 5,7 %
  • Ein Wert zwischen 39 und 48 mmol/mol oder 5,7 und 6,5 % zeigt eine gestörte Blutzuckerregulation (Prädiabetes)
  • Mehr als 48 mmol/mol oder 6,5 % sind ein Hinweis auf Diabetes mellitus Typ 2

Was tun, wenn der Hba1c erhöht ist?

Neben dem Nüchternblutzucker, dem Kurzzeitblutzucker und dem Ergebnis des oralen Glukosetoleranztests (oGTT) ist der HbA1c der wichtigste Wert, um einen Diabetes mellitus Typ 2 zu erkennen und zu behandeln. Hat dein:e Ärzt:in dir mitgeteilt, dass dein Langzeitblutzuckerwert zu hoch ist? Dann geht es im nächsten Schritt darum, deine Werte zu senken.  

Zwischen 5,7 und 6,5 Prozent, also im Bereich des Prädiabetes, greifen viele Ärztinnen und Ärzte noch gar nicht ein. Weil aber auch eine Diabetes-Vorstufe das Risiko für viele Erkrankungen schon deutlich erhöht4, ist es sinnvoll, deine Ernährung und deinen Lebensstil frühzeitig anzupassen. Studien zeigen, dass sich ein Prädiabetes durch regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht wieder rückgängig machen lässt5,6

Als Zielbereich für Patientinnen und Patienten mit Diabetes gilt meistens ein HbA1c-Wert zwischen 6,5 und 8,5. Das wird individuell mit  deiner Ärztin oder deinem Arzt besprochen. Pauschale Zielwerte in der Therapie gibt es aber nicht, da es beispielsweise von Alter oder Verfassung abhängt. Studien zeigen auch, dass ein etwas höherer Langzeitblutzuckerwert bei älteren Menschen oft günstiger ist7–9.

Du bist überrascht, weil dein Langzeitzucker höher ist als sonst? Vielleicht hast du anders gegessen, dich weniger bewegt, oder die Dosierung deiner Medikamente stimmt nicht? Es ist wichtig, nach den Ursachen zu suchen, um den HbA1c zurück in deinen Normbereich zu bringen.

Den Langzeitzucker senken: Ernährung für Menschen mit Diabetes Typ 2

Um deinen HbA1c-Wert zu senken, nimmst du am besten zuerst deine Ernährung unter die Lupe. Sehr kohlenhydratreiche Mahlzeiten sorgen zum Beispiel dafür, dass dein Blutzucker stark ansteigt. Eine vollwertige und niedrig-glykämische Ernährung kann dir helfen, deinen Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten.

Achte darauf, genügend Protein auf dem Teller zu haben und ersetze Produkte mit hellem Mehl durch Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Ballaststoffe, gesunde Fette und sekundäre Pflanzenstoffe wirken sich eher positiv auf deine Blutzuckerreaktion aus. Süßes, Softdrinks und Fruchtsäfte setzt du dagegen besser sparsam ein: Sie können den Blutzuckerspiegel erhöhen und dadurch auch den HbA1c-Wert ansteigen lassen.

Wusstest du aber, dass jeder Körper anders auf Lebensmittel reagiert? Mit einem kontinuierlich messenden Glukosesensor findest du heraus, welche Lebensmittel für dich optimal sind. Die Diabetes-App glucura hilft dir, deine Ergebnisse richtig zu interpretieren: Auf Basis deiner Stoffwechselreaktionen empfiehlt sie dir Lebensmittel und Kombinationen, die deinen Blutzucker stabil halten. So kannst du deinen HbA1c senken und deinen Diabetes Typ 2 in den Griff bekommen. glucura hilft dir step by step, kleine Veränderungen in deinen Alltag zu integrieren und ist so dein täglicher Begleiter. Klingt spannend? Dann hol dir bei deiner Ärztin oder deinem Arzt ein Rezept für glucura, die Kosten dafür übernimmt deine Krankenkasse. Hast du noch Fragen zu glucura, dann komm gerne auch in unser Webinar.

Was beeinflusst den HbA1c-Wert noch?

Es gibt noch weitere Faktoren, die den HbA1c-Wert beeinflussen:

  • Stress: Stresshormone lassen deinen Blutzucker ansteigen10,11 – und damit auch deinen HbA1c-Wert. Leider lässt sich Stress im Alltag nicht immer vermeiden. Mit regelmäßigen Pausen, Entspannungsübungen und sanfter Bewegung sorgst du aber für ein besseres Gleichgewicht12.
  • Bewegungsmangel: Sport und regelmäßige Bewegungseinheiten sind mit das Beste, was du für deinen Blutzuckerspiegel tun kannst. Bewegung erhöht den Energieverbrauch und verbrennt mehr Glukose – gleichzeitig steigt die Insulinsensitivität deiner Zellen. Es muss nicht immer gleich ein ganzes Workout sein. Schon ein Spaziergang nach dem Essen kann den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lassen13.
  • Übergewicht: Vor allem Bauchfett gilt als Risikofaktor für Diabetes und begünstigt eine Insulinresistenz. Außerdem hängt Übergewicht mit Entzündungen zusammen. Wenn du übergewichtig bist, hilft jedes verlorene Kilo dabei, deinen HbA1c zu senken14.
  • Schlafmangel: Studien zeigen, dass die Zellen nach zu wenig oder schlechtem Schlaf weniger gut auf das Insulin-Signal reagieren. Achte also darauf, genügend zu schlafen15,16.

Fazit: Der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c

Der HbA1c-Wert – das verzuckerte Hämoglobin in deinem Blut – zeigt deinen durchschnittlichen Blutzuckerspiegel in den letzten zwei bis drei Monaten. Er gilt als Schlüsselindikator für das Diabetesmanagement. Anhand des HbA1c können Ärztinnen und Ärzte erkennen, ob du Diabetes mellitus Typ 2 hast und wie gut deine Blutzuckerwerte eingestellt sind.

Der HbA1c-Test kann Blutzuckermessgeräte und -sensoren nicht ersetzen: Starke Ausschläge und den tiefen Fall deines Blutzuckers erkennst du am HbA1c-Wert nicht. Weil der Langzeitzucker-Wert aber einen Durchschnittswert anzeigt, vervollständigt er das Gesamtbild und zeigt dir, wie gut deine Diabetes-Therapie anschlägt.

Mit einem gesunden Lebensstil, zusammengesetzt aus einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung, sollte sich dein HbA1c verbessern. Je nach Schweregrad der Erkrankung und Erfolg der Lebensstiltherapie werden zusätzlich noch Medikamente wie Metformin eingesetzt17.

Sei nicht frustriert, falls dein HbA1c-Wert sich nicht verbessern will. Was sich über viele Jahre entwickelt hat, lässt sich nicht von heute auf morgen rückgängig machen. Gemeinsam mit erfahrenen Diabetologinnen und Diabetologen findest du bestimmt den richtigen Weg.

glucura ist dabei eine tolle Unterstützung. Mit der App findest du heraus, welche Lebensmittel und Gewohnheiten deinen Blutzucker besonders stark beeinflussen. Das hilft dir, deinen Blutzucker besser zu verstehen. Außerdem bekommst du personalisierte Ernährungsempfehlungen für eine niedrig-glykämische Ernährung, ohne dabei auf alle leckeren Gerichte verzichten zu müssen. glucura hilft dir, step by step kleine Veränderungen in deinen Alltag zu integrieren und ist so dein täglicher Begleiter. So kannst du langfristig deinen HbA1c senken. Hol dir bei deiner Ärztin oder deinem Arzt ein Rezept für glucura, die Kosten dafür übernimmt deine Krankenkasse. Hast du noch Fragen zu glucura, dann komm gerne auch in unser Webinar.

Quellen:

1.         Avoxa-Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH. Blutzucker-Verlaufskontrolle: Hat der HbA1c-Wert ausgedient? Pharmazeutische Zeitung online https://www.pharmazeutische-zeitung.de/hat-der-hba1c-wert-ausgedient/.

2.         Anette Mende. Glycated haemoglobin (HbA1c) for the diagnosis of diabetes. in Use of Glycated Haemoglobin (HbA1c) in the Diagnosis of Diabetes Mellitus: Abbreviated Report of a WHO Consultation (World Health Organization, 2011).

3.         Typ-2-Dia­be­tes: Diagnose. https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/diagnose.html.

4.         Schlesinger, S. et al. Prediabetes and risk of mortality, diabetes-related complications and comorbidities: umbrella review of meta-analyses of prospective studies. Diabetologia 65, 275–285 (2022).

5.         Galaviz, K. I. et al. Interventions for Reversing Prediabetes: A Systematic Review and Meta-Analysis. Am J Prev Med 62, 614–625 (2022).

6.         Niesing, B. Lebensstil-Intervention: Viel hilft viel. Info Diabetol 16, 45–47 (2022).

7.         Ghouse, J. et al. Effect of diabetes duration on the relationship between glycaemic control and risk of death in older adults with type 2 diabetes. Diabetes, Obesity and Metabolism 22, 231–242 (2020).

8.         Diabetiker Niedersachsen e.V. Zu niedriger HbA1c kann für Senioren gefährlich werden. https://www.diabetiker-nds.de/news/meldung/news/zu-niedriger-hba1c-kann-fuer-senioren-gefaehrlich-werden (2020).

9.         Arnold, L. W. & Wang, Z. The HbA1c and all-cause mortality relationship in patients with type 2 diabetes is J-shaped: a meta-analysis of observational studies. Rev Diabet Stud 11, 138–152 (2014).

10.       Joseph, J. J. & Golden, S. H. Cortisol dysregulation: the bidirectional link between stress, depression, and type 2 diabetes mellitus. Ann N Y Acad Sci 1391, 20–34 (2017).

11.       Sharma, V. K. & Singh, T. G. Chronic Stress and Diabetes Mellitus: Interwoven Pathologies. Curr Diabetes Rev 16, 546–556 (2020).

12.       Beaupere, C., Liboz, A., Fève, B., Blondeau, B. & Guillemain, G. Molecular Mechanisms of Glucocorticoid-Induced Insulin Resistance. Int J Mol Sci 22, 623 (2021).

13.       Boniol, M., Dragomir, M., Autier, P. & Boyle, P. Physical activity and change in fasting glucose and HbA1c: a quantitative meta-analysis of randomized trials. Acta Diabetol 54, 983–991 (2017).

14.       Kahn, S. E., Hull, R. L. & Utzschneider, K. M. Mechanisms linking obesity to insulin resistance and type 2 diabetes. Nature 444, 840–846 (2006).

15.       Sondrup, N. et al. Effects of sleep manipulation on markers of insulin sensitivity: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Sleep Med Rev 62, 101594 (2022).

16.       Singh, T. et al. Does Insufficient Sleep Increase the Risk of Developing Insulin Resistance: A Systematic Review. Cureus 14, e23501 (2022).

17.       Sherwani, S. I., Khan, H. A., Ekhzaimy, A., Masood, A. & Sakharkar, M. K. Significance of HbA1c Test in Diagnosis and Prognosis of Diabetic Patients. Biomark Insights 11, 95–104 (2016).

Amrei Stickling

Amrei ist ganzheitliche Gesundheitsberaterin und studiert Clinical Nutrition im Master. Sie beschreibt sich selbst als reisefreudigen Yogafan und neben den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigt sie sich liebend gerne mit der Persönlichkeitsentwicklung.

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