Diabetische Ketoazidose: Symptome, Behandlung & Ursachen

Diabetische Ketoazidose: Definition

Fehlt bei Diabetes Insulin, können die Zellen die Glukose im Blut nicht richtig in die Zellen aufnehmen. Übersteigt die Glukose (der Zucker) im Blut einen bestimmten Wert, wirft das deinen Stoffwechsel aus der Bahn: Dein Körper beginnt panisch, Fett bereitzustellen. Dadurch entstehen bestimmte Abbauprodukte (Ketonkörper). Werden es zu viele, ist dein Blut irgendwann übersäuert und es kommt zu einer Ketoazidose.  

Symptome einer Ketoazidose & Werte

  • Trockener Mund und starkes Durstgefühl
  • Vermehrter Harndrang und Ausscheiden großer Mengen Urin
  • Schnellere und tiefere Atmung
  • Müdigkeit oder Verwirrung
  • Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
  • Sehstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Süßer oder metallischer Geschmack im Mund
  • Fruchtig oder säuerlich riechender Atem
  • Anhaltend hoher Blutzucker, der auch durch Insulingabe nicht sinkt5
Ärztliche Untersuchung. Arzt tastet Person mit Stethoskop ab.

Das Problem bei Insulinmangel

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse produziert wird – genauer gesagt, von den Betazellen des Pankreas. Gemeinsam mit seinem Gegenspieler-Hormon Glukagon reguliert Insulin den Blutzuckerspiegel. Wenn du eine Mahlzeit isst, die Kohlenhydrate enthält, werden diese im Körper zum Einfachzucker Glukose. Ein steigender Glukose-Spiegel im Blut (auch Blutzucker genannt) ist für die Bauchspeicheldrüse das Signal, Insulin auszuschütten.

Glukose ist die wichtigste Energiequelle des Körpers. Damit die Körperzellen sie nutzen können, braucht es allerdings Insulin: Das Hormon wirkt wie ein Schlüssel, der die Zellen öffnet und ihnen signalisiert, dass sie den Zucker aufnehmen sollen. Ist nicht genügend Insulin vorhanden, bleibt die Glukose im Blut.

Das ist das Problem bei Diabetes Typ 1 und 2: Bei Typ-1-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse aufgrund eines Defekts kein oder zu wenig Insulin. Diese Menschen sind darauf angewiesen, Insulin zuzuführen. Das Kernproblem bei Typ-2-Patientinnen und Patienten ist eine sogenannte Insulinresistenz: Obwohl der Körper Insulin produziert, reagieren die Zellen nicht mehr auf das Signal. Mit der Zeit kann das dazu führen, dass die Bauchspeicheldrüse ermüdet und immer weniger Insulin produziert.

Ursachen & Folgen einer Ketoazidose

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel ist aus mehreren Gründen ungünstig. Erstens kann es sein, dass sich die Zuckerteilchen an andere Moleküle anhängen und Gefäßschäden verursachen. Zweitens fehlt dem Körper die Energie aus der Nahrung. Eine Ketoazidose ist die extremste Konsequenz eines Insulinmangels: Um die Zellen trotz Glukosemangel mit Energie zu versorgen, beginnt der Körper, Fett zu verbrennen (Lipolyse).

Behandlung der Ketoazidose: Was tun?

Falls du merkst, dass dein Blutzucker sehr hoch ist (mehr als 250 mg/dL) und nicht absinken will, kannst du zunächst auch selbst den Ketongehalt in deinem Blut oder das Aceton in deinem Urin messen. Im Handel gibt es dafür spezielle Testreifen zu kaufen. Wichtig: Die Therapie einer Ketoazidose gehört immer in die Hände erfahrener Behandler9!

  • Blutzucker und Keton/Aceton kontrollieren
  • Arztpraxis kontaktieren
  • Viel trinken (mindestens einen Liter Wasser oder Tee pro Stunde)
  • Körperliche Belastung vermeiden
  • Regelmäßig Puls und Atmung prüfen
  • Ggf. Elektrolyte (Mineralien) zuführen5
  • Bei insulin-abhängigem Diabetes kurzwirksames Insulin spritzen

Fazit: Diabetische Ketoazidose

Die gute Nachricht ist aber, dass sich das oft vermeiden lässt: Wenn du eines der typischen Ketoazidose bemerkst, testest du man zügig die Ketone in deinem Blut. In Abstimmung mit deinen behandelnden Ärztinnen und Ärzten kannst du dann direkt gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen.

Quellen

  1. Überzuckerungen, Ketoazidose und Diabetisches Koma: Anzeichen erkennen, dem Notfall entgegenwirken. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe https://www.diabetesde.org/ueberzuckerungen-ketoazidose-diabetisches-koma (2010).
  2. Schellhaas, B. & Haak, T. Diabetische Ketoazidose – erkennen, behandeln, vermeiden. Diabetol. 18, 669–676 (2022).
  3. Stiefelhagen, P. Ketoazidose hinterlässt bleibende Schäden. CME 16, 24–24 (2019).
  4. Diabetische Ketoazidose (DKA) – Endokrine und metabolische Krankheiten. MSD Manual Profi-Ausgabe https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/endokrine-und-metabolische-krankheiten/diabetes-mellitus-und-andere-st%C3%B6rungen-des-kohlenhydratstoffwechsels/diabetische-ketoazidose-dka.
  5. Überzuckerung (Hyperglykämie) und Ketoazidose. https://www.diabinfo.de/leben/behandlung/ueberzuckerung-und-ketoazidose.html.
  6. KB. Diabetische Ketoazidose. Facharztwissen https://www.medicoconsult.de/diabetische_ketoazidose/ (2013).
  7. Diabetes Deutschland · Diabetische Ketoazidose. https://www.diabetes-deutschland.de/diabetischeketoazidose.html.
  8. BfArM – Risikoinformationen – Informationsbrief zu SGLT2-Inhibitoren: Risiko einer diabetischen Ketoazidose. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2015/info-sglt2.html.
  9. Kaser, S. et al. Therapie der akuten diabetischen Stoffwechselentgleisungen bei Erwachsenen (Update 2023). Wien. Klin. Wochenschr. 135, 237–241 (2023).

Amrei Stickling

Amrei ist ganzheitliche Gesundheitsberaterin und studiert Clinical Nutrition im Master. Sie beschreibt sich selbst als reisefreudigen Yogafan und neben den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigt sie sich liebend gerne mit der Persönlichkeitsentwicklung.

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