Blutzucker Normwert und Therapieziele bei Diabetes Typ 2

Warum sind normale Blutzuckerwerte wichtig?

Wenn wir umgangssprachlich vom Blutzucker sprechen, meinen wir genau genommen den Anteil von Glukose im Blut. Glukose, manchmal auch Traubenzucker genannt, ist ein sogenannter Einfachzucker. Der Körper gewinnt Glukose, indem er die Kohlenhydrate in unserer Nahrung in ihre Einzelteile zerlegt.

Glukose ist für den Körper der wichtigste Energielieferant: Unzählige Prozesse im Körper hängen davon ab, dass uns ausreichend Glukose zur Verfügung steht. Weil sie so wichtig ist, hat unser Organismus sogar Strategien entwickelt, wie er Glukose im Notfall aus anderen Substanzen gewinnen kann1. Die wichtigste Quelle ist und bleibt aber die Ernährung.

Zu hohe Blutzuckerwerte sind fast immer ein Anzeichen für einen Diabetes mellitus: Sie zeigen, dass die natürlichen Stoffwechselabläufe gestört sind. Während Diabetes Typ 1 als Autoimmunerkrankung gilt, entsteht Typ 2 meistens über viele Jahre hinweg, vorrangig, durch einen ungünstigen Lebensstil.

Zu niedrige Blutzuckerwerte sind bei gesunden Personen eher selten. Auch, wenn du dich vielleicht manchmal unterzuckert fühlst, ist das ohne Diabetes in der Regel unproblematisch. Bei Menschen mit Diabetes, insbesondere mit Insulintherapie, können sie aber gefährlich sein. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du die Blutzucker-Normwerte kennst: Sie helfen dir, zu verstehen, wo du stehst, und sind die Grundlage, um deinen Diabetes zu verbessern.

Ideale Blutzuckerwerte bei Diabetes Typ 2

Damit unsere Zellen die -Energie aus Glukose nutzen können, braucht es die Unterstützung von Insulin. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und funktioniert wie ein Schlüssel für die Zellen. Ohne Insulin bleibt die Glukose im Blut. Genau das ist das Problem bei Diabetes: Weil die Zellen entweder nicht auf das Insulin-Signal reagieren (Typ 2) oder weil der Körper nicht genügend Insulin bildet (Typ 1 und fortgeschrittener Typ 2), bleibt der Blutzucker nach dem Essen erhöht.

Der Blutzucker ist keine starre Größe: Dass er im Laufe eines Tages steigt und fällt, ist völlig normal. Schwierig wird die Sache erst, wenn der Blutzucker dauerhaft hoch ist, über die Normwerte hinaus ansteigt oder für eine lange Zeit nicht mehr auf sein Ausgangslevel absinkt.

Das Tückische an chronisch zu hohen Blutzuckerwerten ist, dass die Betroffenen davon meistens erst einmal nichts merken. Zeigen sich Symptome, ist der Diabetes oft schon weit fortgeschritten. Weil dauerhaft erhöhter Blutzucker, unter anderem Nerven und Gefäße schädigen kann, steigt mit der Diagnose Diabetes das Risiko für verschiedene Diabetes Folgeerkrankungen.

Inzwischen wissen wir aber, dass sich ein Typ-2-Diabetes sehr gut behandeln lässt. Wer die Blutzucker-Normwerte erreicht, reduziert auch die Gefahr langfristiger Schäden. Das Hauptziel der Diabetes-Therapie ist deshalb, die Glukosewerte so weit wie möglich zu verbessern. Aber was genau sind ideale Blutzuckerwerte bei Diabetes? Die (wahrscheinlich etwas unbefriedigende) Antwort: Es kommt auf den Einzelfall an.

Fingerpiks. Mensch pikst sich mit Lanzette in die Fingerbeere.

Die unterschiedlichen Arten von Blutzuckerwerten

Zuerst einmal ist interessant, dass es eine ganze Reihe an unterschiedlichen Blutzuckerwerten gibt. Im normalen Sprachgebrauch geht es meistens um den Kurzzeit-Zucker: Das ist der Wert, den du siehst, wenn du dir mit einem Blutzuckermessgerät in den Finger piekst. Er zeigt dir, wieviel Glukose jetzt gerade in deinem Blut kursiert.

Damit wir die Informationen erhalten, die wir brauchen, messen wir den Kurzzeit-Blutzucker in der Regel zu bestimmten Zeiten. Die wichtigsten Varianten sind der Nüchtern-Blutzucker und der sogenannte postprandiale Blutzucker. Den Nüchtern-Blutzucker misst du direkt morgens nach dem Aufstehen, noch bevor du etwas isst oder trinkst. Der postprandiale Blutzucker wird nach dem Essen gemessen: So siehst du, welchen Effekt die Mahlzeit auf deine Glukosewerte hat. Falls du – wie bei glucura – einen Gewebezuckersensor am Oberarm trägst, erübrigen sich die Messzeiten natürlich: In unserer glucura-App kannst du fast in Echtzeit mitverfolgen, wie sich dein Blutzucker im Verlauf eines Tages entwickelt. Das Beste, du siehst genau welche Mahlzeiten sich wie auf deinen Blutzucker auswirken, indem deine Mahlzeiten bewertet werden.

Mindestens genauso wichtig ist der Langzeitzucker, der sogenannte HbA1c-Wert. Weil Blutzuckerschwankungen zum Leben gehören, sagen einzelne Werte wenig aus. Der HbA1c ist deshalb eine wichtige Messgröße bei der Diabetes-Diagnose und Therapie. Er wird im Labor gemessen und steht für den Durchschnitts-Blutzuckerwert der vergangenen zwei bis drei Monate.

Die Kurzzeit-Blutzuckerwerte werden entweder in „Milligramm pro Deziliter“ (mg/dl) oder „Millimol pro Liter“ (mmol/l) angegeben. Mg/dl steht für das Verhältnis von Blutvolumen und dem Gewicht der gelösten Glukoseteilchen. Mmol/l bezieht sich hingegen auf die Zahl der Glukosemoleküle. Welche der Einheiten du bevorzugst, ist dir überlassen: Achte nur darauf, dass du bei einer bleibst, wenn du Blutzuckerwerte vergleichst. Den HbA1c-Wert geben wir in Europa in der Regel in Prozent an, einige andere Länder verwenden die Einheit mmol/mol.

Blutzucker Normwerte: Tabelle

Beim Behandeln eines Diabetes geht es darum, den Blutzucker auf ein möglichst gesundes Level zu senken. Ein idealer Nüchtern-Blutzuckerwert liegt unter 100 mg/dl, bzw. 5,6 mmol/l. Zwei Stunden nach dem Essen hat ein stoffwechselgesunder Mensch maximal 140 mg/dl (7,8 mmol/l) Glukose im Blut.

Dein Blutzucker liegt über diesen Normwerten? Dann könnte das ein Hinweis auf Diabetes mellitus sein. In der Regel müssen aber mindestens zwei Werte erhöht sein, damit die Diagnose Diabetes gestellt wird2. Bei leicht erhöhten Werten sprechen wir von Prädiabetes, der Vorstufe von Diabetes Typ 2.

Hier noch einmal alle Blutzucker-Normwerte als Tabelle2:

Gesunder StoffwechselPrädiabetesDiabetes mellitus
Nüchtern-Blutzuckerunter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l)126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder höher
Postprandialunter 140 mg/dl (7,8 mmol/l)140 bis 199 mg/dl (7,8 bis 11 mmol/l)über 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
HbA1czwischen 4,5 und 5,7% (unter 39 mmol/mol)zwischen 5,7 und 6,5% (39 bis 48 mmol/molhöher als 6,5% (11,1 mmol/l)

Zuckerwerte bei Diabetes: Individuell unterschiedlich

Vielleicht hast du vor kurzem erfahren, dass du Diabetes Typ 2 hast, und fragst dich jetzt, welche Blutzuckerwerte normal sind. Klar, ideal wären Werte, die denen eines gesunden Menschen entsprechen. Dieses große Ziel erreichst du aber am besten in kleinen Schritten. Gerade in einem frühen Stadium ist es durchaus möglich wieder in einem Normbereich zu kommen. Bei den meisten Betroffenen bedeutet das allerdings, dass sie einige ihrer Gewohnheiten umstellen müssen.

Prinzipiell gilt bei Diabetes: Je niedriger der Langzeitzucker, desto besser. Denn mit jedem einzelnen Punkt, um den dein HbA1c sinkt, verringert sich auch das Risiko für Diabetes Folgeerkrankungen. Hast du hohen Blutzuckerwerte, geht es im ersten Schritt nicht darum, Blutzucker-Normwerte zu erreichen. Welche Zielwerte die richtigen für dich sind, hängt neben deinem Diabetes auch von deinem Alter und deinen Lebensumständen ab. Gerade bei älteren Patientinnen und Patienten kann es sein, dass etwas höhere Zielwerte angestrebt werden, als du vielleicht erwarten würdest.

Blutzuckerwerte messen: Manchmal ganz schön verwirrend

Auch wenn du weißt, welche Blutzuckerwerte als normal gelten: In der Praxis können die Messergebnisse manchmal ganz schön verwirren. Weil der Blutzucker im Tagesverlauf schwankt, sagt ein einzelner Wert meist wenig aus. Um herauszufinden, ob der Blutzucker den Normalwerten entspricht oder nicht, muss über einen längeren Zeitraum gemessen werden.

Auch, wenn dein Diabetes kürzlich diagnostiziert wurde, ist es sinnvoll, deinen Kurz- und Langzeitzucker für eine Weile etwas genauer im Blick zu behalten. Neben der Ernährung gibt es noch viele weitere Faktoren, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Bewegung, Schlaf, Hormone, Stress, Krankheiten, Alkohol oder die Menge an Wasser, die du getrunken hast – all das (und mehr) kann zu Abweichungen bei der Blutzuckermessung führen.

Der Vorteil bei der Diabetes-App glucura ist, dass du direktes Blutzucker-Feedback auf deine Mahlzeiten, Bewegung oder Stress in der App bekommst. Statt wie konventionelle Blutzuckermessgeräte eine Momentaufnahme zu zeigen, siehst du den gesamten Tagesverlauf deiner Blutzuckerwerte. Und das über die bis zu zweiwöchige Sensorphase hinaus. Denn dank unseres Algorithmus mit Künstlicher Intelligenz, bekommst du auch nach der Sensorphase weiter Blutzucker-Feedback.  Du lernst so deinen Stoffwechsel kennen und entwickelst ein Gefühl dafür, welche Lebensmittel welchen Effekt auf deinen Glukosespiegel haben. In kleinen Schritten werden Veränderungen mit hilfreichen Tipps und Rezepten in deinen Alltag integriert.

Yoga. Person steht auf einer Sportmatte und macht Yoga.

Die Lebensmittel, die sich sehr stark auf den Blutzuckerspiegel auswirken, enthalten in der Regel viele Kohlenhydrate. Zucker und Produkte aus hellen Auszugsmehlen werden vom Körper sehr schnell verwertet und lassen den Blutzucker meist nach kurzer Zeit ansteigen. Vollkornmehle enthalten mehr Ballaststoffe, die die Aufnahme der Glukose verzögern und den Abstieg abschwächen. Aber auch raffinierte Tricks, die du bisher bestimmt noch nichts kennst, kannst du bei glucura testen.

Wie genau sich dein Blutzucker nach einer Mahlzeit verhält, ist allerdings schwer vorherzusagen, denn dein Stoffwechsel ist so individuell wie du. Wir wissen inzwischen, dass ein und dasselbe Lebensmittel bei zwei Menschen eine völlig unterschiedliche Wirkung zeigen kann: Was deinen Blutzucker kalt lässt, befördert einen anderen vielleicht in ungeahnte Höhen.

Eine personalisierte Ernährungsweise, die auf gemessene Daten basiert, ist der beste Ansatz, um deinen Diabetes in den Griff zu bekommen. Wenn du die glucura-App nutzt, weißt du genau, welche Lebensmittel du bedenkenlos essen kannst und welche du vielleicht lieber etwas sparsamer dosierst. Außerdem erfährst du, wie du mehrere Lebensmittel kombinierst, um deinen Blutzucker zu stabilisieren. Damit hast du die perfekte Grundlage, um deinen Blutzucker in den Normbereich zu bringen. Mit kleinen Änderungen kannst du viel erreichen!

Wenn es um normale Blutzuckerwerte geht, müssen wir zwischen dem Kurzzeit-Blutzucker und dem Langzeitzucker HbA1c unterscheiden. Beide Werte sind gleichermaßen relevant – sowohl für die Diagnose, als auch für die Behandlung eines Diabetes. Als Blutzucker-Normwerte gelten die folgenden Zahlen: Bei einem stoffwechselgesunden Menschen liegt der Nüchtern-Blutzucker unter 100 unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l), der postprandiale Blutzucker unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l) und der HbA1c unter 5,7 Prozent.

Wenn du Diabetes hast, solltest du dich von diesen Werten aber nicht zu sehr unter Druck setzen lassen. Welche Blutzuckerwerte dein Ziel sind, besprichst du am besten mit deinem Diabetes-Team. Je nach Alter, Krankheitsgeschichte und Lebenssituation kann es sein, dass für dich ein anderer Wert das Ziel ist. Wichtig ist allerdings, dass du deine Blutzuckerwerte regelmäßig testest.

Wenn du eine innovative Lebensstiltherapie ausprobieren und deinen Diabetes selbst in die Hand nehmen willst, ist die Diabetes-App glucura genau das Richtige für dich. Mit uns findest du eine Ernährungsweise, die zu dir und deinem Leben passt und die gleichzeitig deinen Langzeit-Blutzucker senkt. Wir freuen uns auf dich!

Quellen

  1. Abbau und Synthese der Glucose – Wissen @ AMBOSS. https://www.amboss.com/de/wissen/abbau-und-synthese-der-glucose.
  2. Diagnostik. Leitlinien.de https://www.leitlinien.de/themen/diabetes/version-3/kapitel-4.

Amrei Stickling

Amrei ist ganzheitliche Gesundheitsberaterin und studiert Clinical Nutrition im Master. Sie beschreibt sich selbst als reisefreudigen Yogafan und neben den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigt sie sich liebend gerne mit der Persönlichkeitsentwicklung.

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